„Guide Michelin 2014“ – So viele Spitzenrestaurants wie noch nie

Guide_michelin2Der aktuelle „Guide Michelin 2014“ hat unter hiesigen Gastronomen für einen wahren Sternenregen gesorgt. Die Tester des bekannten Restaurantführers kührten das „Überfahrt“ aus dem bayerischen Rottach-Egern zum elften 3-Sterne-Gourmettempel in Deutschland. Spitzenkoch Christian Jürgens sei für eine Küche „voller Finesse, Kraft, Klarheit und Ausdruck“ gewürdigt worden, so Michelin-Chefredakteur Ralf Flinkenflügel. Im Vorwege der Auszeichnung sei das Restaurant rund 20 mal durch Tester unter die Lupe genommen worden, um die Vergabe der Sterne zu rechtfertigen.

Insgesamt 39 Lokalitäten konnten sich im vergangenen Jahr ihren ersten Michelin-Stern erkochen. Dazu wurden dem Berliner „Facil“, dem Frankfurter „Tiger-Gourmetrestaurant“ sowie dem „Schlossberg“ in Baiersbronn in Baden-Württemberg ein zweiter Stern verliehen. Die Bundesrepublik verfügt damit ab sofort über insgesamt 274 Sterneküchen – so viele wie nie zuvor. Eine Steigerung von mehr als 25 Prozent innerhalb der letzten 5 Jahre. „Es war ein sehr gutes Jahr. Die Entwicklung der deutschen Gastronomie war in den letzten Jahren einfach unheimlich dynamisch“, sagte Flinkenflügel.

Ein besonderes Augenmerk sollte dabei auf die Hauptstadt gerichtet werden. „Die Nachfrage ist da. Wenn diese Restaurants nicht gut besucht würden, würden sie auch nicht existieren. Berlin entwickelt sich mit jetzt fünf Zwei-Sterne-Häusern sowie neun Gourmettempeln mit einem Stern mehr und mehr zum kulinarischen Hotspot in Europa – auch wenn man Paris da natürlich ausklammern müsse“ schwärmt Flinkenflügel.

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Dabei würden zunehmend junge und ehrgeizige Köche mit ausgezeichneter Ausbildung das Berufsbild des deutschen Spitzengastronomen prägen. Dazu könnten auch immer mehr Frau die von Männern dominierte Küchenwelt erobern. So konnten sich Sarah Henke im „Spices“ in List auf Sylt und Maria Groß im „Reisers am Stein“ in Würzburg sowie im „Clara – Restaurant im Kaisersaal“ in Erfurt einen Stern erkochen. Anna Sgroi gewann mit ihrem gleichnamigen Lokal in Hamburg ihren Stern zurück. Warum es in Deutschland bislang nicht so viele Sterneköchinnen gibt ? „Vielleicht liegt es einfach daran, dass Frauen diesen Beruf generell nicht so oft ergreifen“, so Flinkenflügel. In Italien beispielsweise gebe es wesentlich mehr Köchinnen in der Spitzengastronomie.

Fotos © marketing deluxe | Flickr.com

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