Mythos „Maybach“ – „Daimler“ gibt seine Luxusmarke nach jahrelangen Verlusten auf

Wir schreiben das Jahr 1918 – mit dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Unterzeichnung des Versailler Friedensvertrages, wurde der damaligen Weimarer Republik ein Verbot zum Bau von Luftschiffen und Flugzeugen auferlegt. Die einstige „Luftfahrzeug-Motorenbau GmbH“, bekannt für innovative Gasmotoren im Bereich der Luftfahrt, konzentrierte sich fortan auf die Entwicklung von Automobilen.

Unter der neuen Firmenbezeichnung „Maybach-Motorenbau GmbH“ brachte das Unternehmen im Jahr 1930 den legendären „Zeppelin“, ein üppiges Luxusgefährt mit Zwölfzylinder-Motorisierung, auf den Markt. Das eindrucksvolle Modell verhalf dem Unternehmen zu einem exklusiven Anstrich, den die Marke „Maybach“ bis in die heutige Zeit bewahren konnte.

Als Folge des Zweiten Weltkrieges verlagerte „Maybach“ seine Tätigkeit wiederum auf die Motorenherstellung für die Rüstungsindustrie, ehe es 1960 von „Daimler-Benz“ übernommen und in „MTU Friedrichshafen GmbH“ umbenannt wurde. Seitdem produzierte das Unternehmen ausschließlich Dieselmotoren – eine Fertigung von Fahrzeugen war zu dieser Zeit nicht mehr vorgesehen.

Einige Jahrzehnte später jedoch hauchte „DaimerChrysler“ dem Mythos „Maybach“ neues Leben ein. Die exklusive Marke sollte Herstellern wie „Bentley“ oder „Rolls-Ryce“ die Stirn bieten. Ende 2002 rollten in der Manufaktur Sindelfingen die ersten handgefertigten Luxuslimousinen vom Band und wurden an Kunden in aller Welt ausgeliefert. Zunächst wurden die Modelle „57“ und „62“ angeboten, deren wesentlicher Unterschied in der Fahrzeuglänge lag. 2005 wurde die Produktpalette um den „57S“ und den „62S“ sowie das Konzeptfahrzeug „Exelero“ erweitert.

Der Preis für einen „Maybach“ beginnt ab etwa 400.000 Euro. „Daimler“ rechnete mit einem Absatz von rund 1500 Modellen pro Jahr. Die gesetzten Ziele konnten in der Vergangenheit jedoch nie erreicht werden. Zuletzt wurden in 2010 nur noch 157 Limousinen verkauft. Nach jahrelangen Verlusten zog „Daimler“-Chef Dieter Zetsche nun den Schlußstrich. „Wir sind zur klaren Überzeugung gelangt, dass die Absatzchancen für die Marke „Mercedes“ besser sind als die von „Maybach“. Es wäre nicht sinnvoll, ein Nachfolgemodell für den jetzigen „Maybach“ zu entwickeln.“ erklärt Zetsche in der „FAZ“. Somit wurden auch jüngste Pläne, die Marke durch eine Kooperation mit „Aston Martin“ attraktiver zu machen, auf Eis gelegt.

2012 würde das Projekt zugunsten weiterer Modelle eingestellt. Der Verkauf von „Maybach“-Limousinen soll noch bis 2013 andauern, ehe „Mercedes“ das gesamte Luxusgeschäft übernähme. So werde die S-Klasse um weitere Varianten, wie auch ein Komfort-Cabrio, erweitert und soll sich fortan als Flaggschiff des Konzerns etablieren.

Fotos © Stefan Baudy | Flickr.com & David Villarreal Fernández | Flickr.com & LeBenLeBen | Flickr.com

1 thought on “Mythos „Maybach“ – „Daimler“ gibt seine Luxusmarke nach jahrelangen Verlusten auf”

  1. kann leider nicht „gefällt mir nicht“ klicken – bin mit meinem maybach SEHR zufrieden ! schade ! auch die kooperation mit aston hätte mich sehr interessiert !

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